Latein als 2. Fremdsprache

1.    Der praktische Nutzen

1.1  Das Latinum ist Zulassungsvoraussetzung für zahlreiche Studienfächer wie z. B. Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch. Nützlich bzw. erforderlich sind fundierte Lateinkenntnisse für zahlreiche weitere Studiengänge wie z. B. Pharmazie, Medizin, Philosophie, Theologie, Rechtswissenschaften.  Auch die meisten rein universitären Abschlüsse (Magister Artium, Promotion) setzen in der Regel Lateinkenntnisse voraus - zumindest im geisteswissenschaftlichen Bereich.   Der spätere Erwerb von Lateinkenntnissen bzw. des Latinums kostet viel Zeit und Energie; dagegen erwirbt sich jeder Schüler des Gymnasiums das Latinum, der nach 5 Jahren Pflichtunterricht am Ende der Jahrgangsstufe 10 mindestens die Note "ausreichend" vorweisen kann. Neue Bestimmungen fürs Latinum im G8

1.2  Latein ist die 'Muttersprache' der romanischen Sprachen Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch und erleichtert daher das Erlernen dieser Sprachen erheblich. Latein bietet in vielen europäischen Sprachen eine hervorragende Hilfe zum Verstehen von Lehn- und Fremdwörtern und ist weltweit der Grundstock und das unerschöpfliche Reservoir für die wissenschaftliche und technische Begriffswelt - besonders auch im Bereich des Englischen.

1.3  Der Lateinunterricht leistet eine intensive Unterstützung für den Deutschunterricht und fördert  in besonderem Maße das muttersprachliche Ausdrucksvermögen.

1.4  Durch das ständige Vergleichen zwischen dem Lateinischen und der Muttersprache lernen die Schüler diese erst richtig kennen. Lateinschüler wissen, was Grammatik ist, und sie verstehen, wie Sprache funktioniert. Daher erleichtert Latein als Basissprache das Erlernen jeder beliebigen anderen Sprache wesentlich.

 

2.    Latein als Schule des Denkens

2.1  Durch seine Eigenart fordert und fördert Latein in besonderem Maße Genauigkeit, Ausdauer und Disziplin im Denken.

2.2  Das Lateinische zwingt durch seine Eigenart zum genauen, so genannten "mikroskopischen“ Lesen und erhält damit gerade in unserer modernen Welt eine immer wichtigere Funktion. Latein erzieht  zur Sorgfalt, Gründlichkeit, Präzision und Konzentration bei der Arbeit.

2.3   Das ständige geistige Training fördert in besonderem Maße sprachlogisches und vernetztes Denken. Verschiedene Lerntechniken werden erarbeitet und täglich geübt. Der Schüler lernt das Lernen. Er lernt systematisch und exemplarisch, wie man sich neue Informationen effektiv und ökonomisch aneignet. So ist das Fach Latein eine wertvolle Vorbereitung für jeden Beruf  und jedes Studium (Studierfähigkeit!).

 

3.    Latein ist ein kulturhistorisches Fach, das humanistische, klassische  Bildung vermittelt. Es weckt Geschichtsbewusstsein, ein Gespür für kulturelle Kontinuität und bietet häufig Orientierungshilfen für aktuelle gesellschaftspolitische Probleme. Gerade unter europäischen Vorzeichen gewinnt unser gemeinsames lateinisches Erbe erhöhte Attraktivität und Aktualität.          

(„Wer die Antike kennen lernt, versteht die Gegenwart besser.“)

 

4.    Ist Latein schwer?

      Latein ist nicht schwerer als andere Fremdsprachen, zumal es keinerlei Belastung durch komplizierte Rechtschreib- und Ausspracheregeln gibt. Ferner ist der Wortschatz begrenzt, die Grammatik klar und logisch aufgebaut.

 

5.     Die Wahl des Gymnasialzweiges

      Durch eine Entscheidung für Latein ab der Jahrgangsstufe 6 hat der Schüler die Möglichkeit der so genannten Spätwahl, d.h. man kann die Wahl des Gymnasialzweiges ( Naturwissenschaftlich-technologisches oder Neusprachliches Gymnasium ) um zwei Jahre, auf das Ende der Jahrgangsstufe 7, verschieben.